Der Verfall der Gesellschaft und so

RadioaktivJeder hat es schon mal gehört oder vielleicht selbst gesagt: „Früher war alles besser!“ Oft höre ich auch „Wohin soll das alles nur führen?“ oder „Schau‘ Dir mal die Jugend heutzutage an!“ Man könnte diese Beispiele noch endlos weiter führen…

Was bewegt die Menschen dazu, solche Äußerungen zu tätigen oder was bewegt mich dazu, einen solchen Artikel jetzt gerade zu schreiben? Wir – oder wahrscheinlich die meisten Leser dieses Blogs – leben doch in sog. „zivilisierten“ oder „hoch entwickelten“ Ländern… also an Orten, an denen Leid, Mühsal und Primitivität abgeschafft worden sein müssten. Wenigstens das Morden und Menschen-Fressen sollte ja im sog. „Technologie Zeitalter“ überwunden worden sein… könnte man annehmen.

Welch‘ schöne Blauäugigkeit. Ich muss gestehen, dass auch ich manchmal tatsächlich versucht bin, einige solcher typischen Gesellschaftsbilder, wie sie z.B. die Kommerz-Medien, Politiker und sog. „Think Tanks“ auf populistischste Weise verbreiten, für Bare Münze zu nehmen. Es ist einfach die Übermacht des „schönen Scheins“, mit der man von so vielen Seiten konfrontiert wird… leicht passiert es da, dass man denkt „Na wenn es so viele sagen, dann muss da irgendwas dran sein!“

Es geht den Menschen nun mal nicht so gut, wie die vielen und doch allesamt gleichen Zerrbilder aus der Flimmerkiste, auf den Plakatwänden und in den Prospekten vermitteln wollen. Unsere Gesellschaft hat handfeste Probleme… und zwar in allen Bereichen. Es reicht von der Raffsucht, der Übertechnisierung, der totalen Kommerzialisierung, den Bildungsdefiziten, der Arbeitslosigkeit, der Unzurechnungsfähigkeit, der Kriegstreiberei über Hetzrederei, Opportunismus, moralischem Verfall bis hin zu Destruktivismus, Hass und dem hübsch verpackten Wahnsinn, dass die meisten sich jeden Tag auf’s Neue mästen und tätscheln, dann zur Schlachtbank führen lassen und schließlich, wem oder was auch immer „geweiht“, opfern lassen. Kein Schweinepriester der Welt kann jemanden opfern, der sich nicht opfern lässt. Merkt ihr den Gestank der Sache? Wie vielen Menschen ist es wohl bewusst, dass dies Ihre Endstation ist?

BaalbekWar also früher alles besser?

Wann denn früher? Vor 10, 100, 1.000 oder 50.000 Jahren? Und wie bitteschön definiert sich „alles“? Heißt „besser“, dass es tatsächlich allen Menschen besser ging? Oder ist es vielleicht doch schon immer so gewesen, dass das, was für die einen „besser“ ist, nicht unbedingt für die anderen „besser“ ist? Ich glaube, die inneren Werte zählen. Das haben Sie schon immer getan, das werden Sie auch immer tun. Es kommen und gehen jedoch Zeiten, in denen wir uns dessen gar nicht, weniger oder mehr bewusst sind. Genauso wie die Jahreszeiten das Kleid eines Baumes verändern – grob unterteilt in 4 Perioden – könnte man auch sagen, dass bestimmte, charakteristische Abschnitte einer viel größeren Zeiteinheit, sog. Zeitalter, das spirituelle Kleid der denkenden Lebewesen und aller Materie an sich färben. An so einem Übergang von Zeitalter zu Zeitalter wird es wohl immer etwas drunter und drüber gehen – man stelle sich das in etwa so vor, wie 3.000 Leute, die um 19:59 Uhr Samstags noch etwas beim Winterschlussverkauf im Kaufhaus XY abstauben wollen, während 3.000 andere Leute gerade versuchen, dem Trubel zu entfliehen.

Adler NebelWohin soll es also führen?

Tja, eine Frage mit vielen Antworten. So vielfältig, wie die Menschen, Ihre Gedanken und Ihre Taten sind, so vielfältig ist auch die Zukunft, die – im Gegenteil zur oft gehörten Vorstellung – weder fest geschrieben noch völlig zufällig ist. Viel mehr befindet sich die Zeit, als eine Ausprägung von Energie oder gar Energie selbst, im ständigen Fluss. Der Zeitfluss aller Lebewesen auf diesem Planeten, also das Schicksal der Biosphäre Erde ist ein Produkt oder eine Summe oder ähnlich Konglomeriertes aus den vielen Einzel-Zeit-Flüssen derjenigen, die Handlungen begehen. Dazu gehört aber auch das sprichwörtliche Schlagen des Schmetterlingflügels.

Doch anstatt jetzt eine Antwort mittels fraktaler Mathematik zu berechnen und hier hinzuschreiben (die Antwort wäre übrigens 42 ;-), kann man diese Frage auch historisch, philosophisch oder eben gesellschaftskritisch angehen. Dazu nehme man z.B. die aktuelle Einstellung des Individuums „A“, welches freundlich ist, gerne Bier trinkt, unpolitisch ist, sich gerne mit Freunden triff, technik- und fußball-begeistert ist und die Einstellung von Individuum „B“, welches sich gerne mit Freunden trifft, mitfühlend, wissbegierig, naiv, technik-begeistert und kreativ ist. Man werfe beide Einstellungen in den Suppentopf, gieße Massenmedien-Wasser und etwas Untergrund-Informationsbrisanz hinein, schneide einige pyramidenförmige Stückchen Speisestärke und gebe sie hinzu, würze es mit der Essenz des vorgestern gekochten Mittagessen und kräftig mit einigen Todsünden, so vielen Träumen, wie man finden kann und erhitze das Gemisch auf 600°C. So, wie der jetzt verbleibende, abgekratzte Bodensatz schmeckt, wird die unmittelbare Zukunft für diese beiden Individuen „A“ und „B“. So wie das ganze riecht, wird deren mittelfristige Zukunft sein.

Ich glaube, der Verfall der Gesellschaft ist nicht aufzuhalten, sondern für diese Zeiten charakteristisch… es riecht jedenfalls wie vor 25.600 Jahren. Dennoch oder gerade deswegen könnte jede und jeder Einzelne ja mal mit gutem Beispiel voranstürmen, Liebe, Trinkwasser und Hausboote verteilen.

Freunde! Wir brauchen mehr inneres Vertrauen, Zusammenhalt und Zuversicht.

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1 Kommentar

  1. LeanDracalea sagt …
    am 25. Juni 2008 um 18:47 | Permalink

    Welch perfekte Welt!

    Der Untergang ist besiegelt. Das steht wohl fest und ist größter Fakt!

    Doch wie weit alles noch sinkt, steht in den Sternen!

    Und selbst dort ist es nicht anzutreffen. Wie sinnlos doch alles Wuseln und Machen für eine Welt, die eh nicht mehr zu retten ist.

    Lean